Andere Fahrzeuge, immer größere Reifen, weniger Platz im Radkasten und zugleich der Wunsch nach einer möglichst einfachen Handhabung: In den vergangenen sechzig Jahren hat die Entwicklung der Fahrzeuge immer wieder neue Anforderungen gestellt – und damit auch die Entwicklung neuer Lösungen im Bereich der Schneeketten vorangetrieben.
Seit 1966 begleitet König diese Veränderungen und entwickelt Schneeketten, die sich den Anforderungen der Zeit anpassen.
Doch wie ist König eigentlich entstanden – und wann begann diese Geschichte?
Gehen wir einen Schritt zurück.

Beginnen wir mit dem größeren Zusammenhang: Norditalien in den 1960er-Jahren. Eine Zeit, in der sowohl die Zahl der Fahrzeuge auf den Straßen als auch die Zahl der Skifahrer – ob Freizeit- oder Leistungssportler – stetig zunahm.
Werfen wir nun einen Blick auf die Region: Lecco und sein von der Stahlindustrie geprägtes Umfeld. Eine schneereiche Gegend, in der die Winter den Menschen und ihrer Mobilität besondere Anforderungen stellten. Lösungen waren gefragt, die es ermöglichten, auch bei Schnee und Eis sicher unterwegs zu sein. Winterreifen, wie wir sie heute kennen, gab es damals noch nicht. Starke Schneefälle konnten den Straßenverkehr erheblich erschweren. Genau in diesem Umfeld entstand der Bedarf an zuverlässigen Schneeketten – und damit begann die Geschichte von König.

Die 1960er- und 1970er-Jahre: Von den ersten Schneeketten zum rautenförmigen Laufnetz
Seit der Gründung im Jahr 1966 produzierte König Schneeketten mit leiterförmigem Laufnetz. Bei dieser Konstruktion verlaufen mehrere Kettensegmente quer zur Fahrtrichtung. Ähnlich den Sprossen einer Leiter liegen sie auf der Reifenoberfläche auf und sorgen für zuverlässigen Grip.
Auf rutschigem Untergrund boten Leiterketten eine gute Traktion. Bei Richtungsänderungen, in Kurven oder bei seitlichen Neigungen stießen sie jedoch an ihre Grenzen. Gerade auf den für Bergregionen typischen Serpentinen war eine verbesserte Spurführung gefragt.
Um die Leistungsfähigkeit seiner Produkte weiter zu steigern, arbeitete König daher kontinuierlich an neuen Laufnetzkonstruktionen. Anfang der 1970er-Jahre begann schließlich die Entwicklung und Produktion der ersten Schneeketten mit rautenförmigem Laufnetz.
Wie der Name bereits vermuten lässt, bildet das Rautenlaufnetz ein rautenförmiges Muster auf der Reifenoberfläche. Erstmals kamen dabei diagonale Elemente zum Einsatz. Ihre Geometrie verbesserte nicht nur die Traktion, sondern auch das Fahrverhalten und die Spurführung in Kurven.
Doch damit war die Entwicklungsarbeit bei König noch lange nicht abgeschlossen.
Die 1980er-Jahre: Die Montage wird einfacher
Wir sind in den 1980er-Jahren angekommen – mitten im wirtschaftlichen Aufschwung. Italien und viele andere Länder erlebten eine Phase neuen Wachstums, getragen von einer zunehmenden Investitionsbereitschaft der Unternehmen und sinkenden Ölpreisen. Gleichzeitig entwickelte sich der Fahrzeugvertrieb rasant weiter, und landesweit entstand ein immer dichteres Netz von Händlern.
Und der Winter kommt immer.
Der Schneefall, der Mailand 1985 heimsuchte, ging in die Geschichte ein: Rund 90 Zentimeter Schnee bedeckten die Stadt. König blieb nicht untätig. Bereits 1986 brachte das Unternehmen das König System Flex auf den Markt.
Namensgebend für diese neue Schneekettenfamilie war das innenliegende Stahlseil. Es war besonders flexibel und mit einer auffällig farbigen Ummantelung versehen. Für die Spannung der Kette sorgte ein Gummiring an der Außenseite.
Zur Familie gehörten Polar System Flex, Top System Flex und Ring System Flex.


In den 1980er-Jahren entwickelte sich die Automobilbranche weiterhin rasant. Auch bei König wurde die Suche nach komfortableren Lösungen konsequent vorangetrieben – und neue Entwicklungen folgten in immer kürzeren Abständen.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein gelang bereits 1988 mit der Einführung des No Problem System. Es brachte eine neue Art der Montage und Vorspannung von Schneeketten auf den Markt: Eine an der Seitenkette positionierte Feder übernahm dabei erstmals die Funktion einer automatischen Nachspannung.
Im Vergleich zu den System-Flex-Ketten verzichteten die No-Problem-Modelle auf den äußeren Gummiring. Stattdessen kamen eine Kettenarretierung und eine Spannkette zum Einsatz. Die Konstruktion aus einem flexiblen Innenseil und einer Polyurethan-Ummantelung ermöglichte die Montage, ohne das Fahrzeug bewegen zu müssen. Für die damalige Zeit eine echte Revolution.
Auch bei der Benutzerfreundlichkeit setzte König neue Maßstäbe: Die verschiedenen Verbindungspunkte an der Außenseite waren farblich gekennzeichnet und machten die Montage übersichtlicher und intuitiver.
Die Innovation überzeugte auch die Fachwelt. 1989 wurde das No Problem System in Paris mit der Silber-Trophäe des Internationalen Grand Prix für technische Innovation ausgezeichnet. In der Begründung hieß es:
„Eine einfach zu montierende und technisch fortschrittliche Schneekette dank des neuen selbstsichernden Federspannsystems.“

Das No Problem System kam bei historischen König Schneekettenmodellen wie No Problem P1, No Problem T2, No Problem R3, No Problem Spikes und No Problem Y zum Einsatz.




Die 1990er-Jahre: neue Fahrzeuge, immer dünnere Ketten
Bis zu diesem Zeitpunkt kamen bei Schneeketten überwiegend Kettenglieder mit einer Stärke von 12 bzw. 14 mm zum Einsatz. Doch zwischen den 1980er- und 1990er-Jahren begann sich das Erscheinungsbild der Fahrzeuge deutlich zu verändern.
In den 1990er-Jahren lag Italien bei der Zahl der zugelassenen Fahrzeuge europaweit an zweiter Stelle hinter Deutschland. Der Fahrzeugbestand näherte sich der Marke von 30 Millionen – fast zwei Fahrzeuge pro Haushalt.
Gleichzeitig legten die Fahrzeughersteller zunehmend Wert auf ein dynamisches und attraktives Design. Größere Räder und technisch anspruchsvollere Fahrwerkssysteme wurden immer wichtiger. Doch mit dieser Entwicklung wurde der Platz im Radkasten knapper. Einige Fahrzeuge waren daher nicht mehr mit Schneeketten der bisherigen Bauart und Kettenstärke kompatibel.
König reagierte auf diese neue Herausforderung mit einer wegweisenden Entwicklung: 1998 kam die König No Problem Comfort auf den Markt – die erste Schneekette des Unternehmens mit nur 9 mm starken Kettengliedern. Damit war eine neue Generation von Schneeketten geboren: kompakter, platzsparender und an die Anforderungen moderner Fahrzeuge angepasst.

Doch König wollte die Montage seiner Schneeketten noch einfacher und komfortabler machen. Nur wenige Monate später folgte mit dem Magic System die nächste Innovation.
Das System ermöglichte erstmals eine automatische Nachspannung während der Fahrt. Die Kette passte ihre Spannung selbstständig an, sodass ein erneutes Anhalten zur abschließenden Spannung nicht mehr erforderlich war.
Ein weiterer Schritt hin zu einer einfacheren, schnelleren und komfortableren Schneekettenmontage.

Die Ketten P1, Comfort und T2 wurden daraufhin auch als „Magic“-Version mit automatischem Spannsystem angeboten.
Die 2000er-Jahre: Weniger Platz, neue Lösungen
Der Alltag wurde immer schnelllebiger – und vieles musste möglichst schnell erledigt sein. Das galt auch für Schneeketten: Nicht nur die Montage, sondern ebenso die Demontage sollte einfacher und schneller werden.
Mit diesem Ziel führte König 2001 das Supermagic System ein. Die wichtigste Neuerung war ein automatisches Entriegelungssystem. Durch die Betätigung eines speziell entwickelten äußeren Auslösers ließ sich die Kette mit einem Handgriff entriegeln und fiel direkt auf den Boden.
Schnell, einfach und vor allem: ohne schmutzige Hände.

Die Jahre vergingen. 2007 wurde der Automobilmarkt noch immer von Kleinwagen geprägt, die nahezu die Hälfte aller verkauften Fahrzeuge ausmachten. Besonders verbreitet waren Modelle wie Fiat Punto und Grande Punto, Ford Fiesta, Opel Corsa, Lancia Ypsilon und Toyota Yaris.
Gleichzeitig erfreuten sich auch Fahrzeuge des C-Segments zunehmender Beliebtheit. Modelle wie Ford Focus, Volkswagen Golf, Opel Astra, Fiat Bravo und Alfa Romeo waren auf den Straßen immer häufiger vertreten.
Die Designtrends jener Zeit zielten darauf ab, die Fahrzeuge sportlicher und attraktiver zu gestalten. Größere Räder und Bremsanlagen sowie leistungsfähigere und technisch anspruchsvollere Fahrwerkssysteme wurden zum Standard. Doch mit dieser Entwicklung wurde auch der verfügbare Freiraum im Radkasten immer kleiner – und damit die Montage herkömmlicher Schneeketten zunehmend schwieriger.
Das war die neue Herausforderung für König. Die Antwort war eine Schneekette mit nur 7 mm starken Kettengliedern – eine bis dahin einzigartige Dimension: die König K7. Im Laufe der Jahre wurde das Produkt zunächst in König CK-7 umbenannt und entwickelte sich schließlich zum heutigen König K-Slim.
Was dieses Modell von anderen Schneeketten unterscheidet, sind vor allem die besonders dünnen Kettenglieder und die außergewöhnlich geringe dynamische Aufbauhöhe. Damit bot König eine Lösung für Fahrzeuge, bei denen der Platz im Radkasten besonders knapp bemessen war.

Die König K7 löste die Herausforderungen eines begrenzten Freiraums im Radkasten – nicht jedoch das Problem von Fahrzeugen, bei denen keine Schneeketten mit Elementen auf der Radinnenseite montiert werden konnten.
Dafür war eine völlig neue Lösung erforderlich.
Mit der König K-Summit entwickelte König eine außenliegende Schneekette und legte damit den Grundstein für eine neue Familie externer Schneeketten. Das Konzept wurde in den folgenden Jahren kontinuierlich erweitert: 2009 kam die K-Summit XL für Crossover und kleine SUVs hinzu, 2011 folgte die K-Summit XXL für große SUVs. 2016 wurde das Sortiment mit der K-Summit VAN VAN für Nutzfahrzeuge ergänzt, 2022 schließlich mit der K-Summit MAX für Elektrofahrzeuge.
Was alle Modelle der K-Summit-Familie verbindet, ist ihr spezielles Montagesystem. Es ermöglicht die Befestigung der Schneekette ausschließlich an der Außenseite des Rades und macht sie damit zur Lösung für Fahrzeuge, bei denen herkömmliche Schneeketten an ihre Grenzen stoßen.
Die wichtigsten Merkmale und Unterschiede der einzelnen Modelle der K-Summit-Familie haben wir in diesem Artikel zusammengefasst

Die 2010er-Jahre: Der SUV-Boom
Trends verändern sich schnell. Zu Beginn der 2010er-Jahre eroberten immer mehr SUVs die Straßen. Mit ihnen stiegen auch die Anforderungen an Schneeketten: Gefragt waren robuste Ketten mit einer Kettengliedstärke, die speziell auf die größeren und schwereren Fahrzeuge ausgelegt war.
DDie Lösung? Die König XG-12 Pro.
Dank spezieller technischer Lösungen brachte König die Leistungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit einer 12-mm-Kette auf ein bis dahin unerreichtes Niveau. Das Ergebnis war eine Schneekette mit doppelter Zulassung: sowohl für leichte Fahrzeuge (V5117) als auch für schwere Fahrzeuge (V5119).
Damit vereinte die XG-12 Pro hohe Belastbarkeit mit einer außergewöhnlichen Vielseitigkeit.

Klassische Pkw verschwanden jedoch keineswegs von den Straßen – ganz im Gegenteil. Gleichzeitig wuchs der Wunsch nach immer schnelleren und intuitiveren Lösungen.
2011 markierte einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung der Schneeketten.
Schon einmal eine Schneekette mit dem Fuß gespannt? Mit der Einführung de König Easy-fit CU-9 wurde genau das möglich. Das innovative Spannsystem machte die Montage besonders schnell und einfach – ohne Kompromisse bei der Sicherheit.
Die Bedeutung dieser Innovation wurde noch im selben Jahr gewürdigt: Bei den International Grands Prix for Automotive Innovation auf der Equip Auto in Paris erhielt die Easy-fit CU-9 den Gold Award. 2013 folgte der renommierte iF Design Award.
Doch damit nicht genug: Ebenfalls 2013 stellte die Easy-fit CU-9 einen Guinness World Record auf. Die Schneekette ließ sich in nur 12 Sekunden montieren – ein eindrucksvoller Beleg für ihre intuitive Handhabung und einfache Montage.
Die erfolgreiche Technologie wurde anschließend auch auf SUVs übertragen: Mit der König Easy-fit SUV entstand eine Variante, die die Vorteile des Systems für die wachsende Klasse der Sport Utility Vehicles nutzbar machte.

Die 2020er-Jahre: Neue Generationen von Schneeketten
Seit Beginn der 2020er-Jahre nimmt die Zahl der Crossover auf den Straßen in Italien und ganz Europa weiter zu. Kompakte SUVs verbinden Agilität mit einem überschaubaren Format und bieten gleichzeitig Komfort und großzügigen Innenraum.
Ford Puma, Renault Captur, Volkswagen T-Roc und T-Cross sowie Peugeot 2008 – das sind nur einige der Modelle, die heute auf Europas Straßen besonders häufig anzutreffen sind.
Auch diese neue Fahrzeuggeneration stellt besondere Anforderungen an Schneeketten. Die Antwort von König: die König XG Cross.
Aufbauend auf der bewährten Laufnetzkonstruktion der König XG-12 Pro verfügt die XG Cross über ein Laufnetz mit dreifach verschweißten Stegen. Diese Konstruktion wurde speziell entwickelt, um Grip und Performance auf Schnee und Eis weiter zu verbessern.

Doch 2022 wurde zum Wendepunkt: In diesem Jahr brachte König ein Produkt auf den Markt, das das Konzept der Schneekette grundlegend neu dachte.
Ein zukunftsweisendes Design und ein intuitives, revolutionäres Montagesystem – das sind die zentralen Merkmale der neuen König Reflex Edge. Sie verbindet eine völlig neue Formensprache mit einer besonders einfachen Handhabung und setzt damit neue Maßstäbe in der Entwicklung von Schneeketten.
Die Innovation überzeugte auch die Fachwelt: Noch im selben Jahr wurde die König Reflex Edge mit dem renommierten iF Design Award ausgezeichnet.

Das Herzstück dieser Innovation steckt in der Konstruktion der Kette selbst. Im Mittelpunkt steht die Reflex Tensioning Box – eine automatische Spannvorrichtung, die erstmals direkt in die Kette integriert wurde. Mit einem einfachen Klick aktiviert, übernimmt sie die Spannung der Kette und macht die Montage noch intuitiver.

Eine solche Innovation lag auch für die immer beliebter werdenden Crossover nahe. So wurde die Familie 2023 um die König Reflex Cross erweitert.
Die neue Schneekette verbindet das innovative Montagesystem der Reflex Edge mit der bewährten Laufnetzkonstruktion der XG Cross. Damit vereint sie zwei erfolgreiche Technologien in einer Lösung – speziell entwickelt für die Anforderungen moderner Crossover.

In sechzig Jahren haben sich Fahrzeuge, Straßen und die Art, wie wir reisen, grundlegend verändert. Auch die Anforderungen der Autofahrer haben sich gewandelt – und mit ihnen die Schneeketten.
Jede Innovation von König entstand aus einer konkreten Herausforderung: die Leistung zu steigern, die Kompatibilität mit immer neuen Fahrzeugen sicherzustellen und die Montage einfacher, schneller und intuitiver zu machen.
Genau davon erzählt die Geschichte von König: von der Fähigkeit, Veränderungen früh zu erkennen, die Entwicklung der Mobilität zu verstehen und immer wieder neue Lösungen für die Herausforderungen des Winters zu entwickeln.
Sechzig Jahre Innovation – und eine Entwicklung, die noch lange nicht abgeschlossen ist.